Kandidatur als GL-Mitglied der SP Frauen*

Liebe Genossinnen

Immer wieder erlebe ich wie Frauen* das Wort abgeschnitten wird, wie sie sich vielmehr beweisen müssen als ihre männlichen Kollegen, wie sie trotz ihres Fachwissens nicht ernstgenommen werden oder wie sie als „arrogant und karrieregeil“ beschrieben werden. Frauen* nehmen sich an Versammlungen viel weniger Redezeit heraus als Männer, sie bleiben bis zum Schluss, um nach einer Versammlung beim Aufräumen zu helfen, sie fallen sich nicht ins Wort, sie versuchen niemandem die Welt zu erklären.

Seit Jahren warten wir vergebens auf die Lohngleichheit. Seit Jahren müssen wir uns anhören, dass Frauen* halt schlechtere Ausbildungen hätten, schlechter über den Lohn verhandeln würden oder ihren Fokus auf die Familie und nicht die Karriere legen würden und deshalb weniger Leistung erbringen. Frauen*, ihre Kompetenzen und ihre Positionen werden kleingeredet und unsichtbar gemacht. Das habe ich satt!

Ich habe es auch satt, dass sich Frauen*, selbst innerhalb der Linken, oft in die zweite Reihe stellen. Das selbst in der SP die prestigeträchtigen Ämter – intern wie extern – oft von Männern ausgeführt werden. Umso mehr ist es an der Zeit, dass sich die Frauen* innerhalb der Partei stark positionieren und zusammentun, um sich Gehör zu verschaffen. Als Frau* Politik zu machen kann anstrengend und schwierig sein. Es ist anstrengend sich immer zu rechtfertigen und beweisen zu müssen. Es ist schwierig, sich direktem und indirekten Sexismus auszusetzten und dennoch für seine Werte einzustehen. Umso wichtiger, dass wir noch lauter und hörbarer für das einstehen, wofür wir stehen: Für eine gleichberechtigte Gesellschaft ohne Wenn und Aber. Für eine Gesellschaft, in welcher das Geschlecht keine Rolle spielt.

Die SP Frauen* ist meiner Meinung nach eine starke Bewegung, welche Frauen* gezielt fördert. Noch mehr Frauen* sollten diesen Rückhalt erleben und sich selber für eine feministische SP stark machen können. Es ist wesentlich, dass auch unbequeme Themen angesprochen werden, denn strukturellen Sexismus gibt es auch in der SP. Sensibilisierung für die Ungleichheit zwischen Frauen* und Männern ist wichtig, um  den SP Frauen* eine noch stärkere Rolle in der SP Schweiz, in den Sektionen, aber auch in der Schweizer Politik zu verschaffen. Wir lassen uns nicht in die zweite Reihe stellen! Wir sind kompetent. Wir brauchen keine Männer, die uns die Welt erklären. Wir fordern den gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Für unsere politische Arbeit ist das Geschlecht völlig irrelevant.

Gleichstellung aller Geschlechter darf kein Nebenthema der Sozialdemokratie sein, sondern eine der zentralsten Forderungen. Aus dieser Motivation kandidiere ich als GL Mitglied der SP Frauen* Schweiz. Ich würde mich dort gerne der Koordination mit der JUSO Schweiz widmen. Ich bin seit eineinhalb Jahren Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern. Ausserdem war ich schon als JUSO-Vertretung in der Geschäftsleitung der SP Bern und haben während den Stadtrats- und Grossratswahlen in Wahlausschüssen der SP mitgearbeitet. Ich finde es wichtig, dass die JUSO in der SP und besonders auch innerhalb der SP Frauen* gut vernetzt und vertreten ist. Denn wir alle führen den selben Kampf für einer Gesellschaft in der alle Menschen dieselben Lebenschancen und Perspektiven haben und niemand benachteiligt wird.

Ich freuen mich über eure Unterstützung.